Gleittuch: Pflege und richtige Anwendung – Entlastung und Sicherheit beim Transfer

Gleittücher und Gleitmatten sind für die Motion bei immobilen Personen ideal

Ein Gleittuch ist eine praktische Transferhilfe, wenn Patientinnen und Patienten im Bett bewegt, umgelagert oder auf das Umsetzen vorbereitet werden sollen. Gleittücher sind als Artikel in verschiedenen Ausführungen und Größen erhältlich, sodass für unterschiedliche Pflegebedürfnisse stets das passende Produkt zur Verfügung steht.

Es reduziert die Reibung, erleichtert kontrollierte Bewegungen und kann sowohl die gepflegte Person als auch Pflegekräfte und Angehörige deutlich entlasten.

Was ist ein Gleittuch und wie funktioniert es?

Ein Gleittuch ist ein Hilfsmittel aus glattem, gleitfähigem Material, das Bewegungen im Bett mit weniger Kraftaufwand ermöglicht. Häufig kommen textile Kunstfasern wie Nylon oder Polyamid zum Einsatz, weil sie den Reibungswiderstand verringern und dadurch sanftere Positionswechsel unterstützen.

Im Pflegealltag wird das Gleittuch vor allem genutzt, um Patientinnen und Patienten im Bett zu bewegen, zu drehen oder in eine günstigere Position zu bringen. Dabei geht es nicht darum, eine Person anzuheben, sondern sie kontrolliert gleiten zu lassen. 

Wann ein Gleittuch sinnvoll ist

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Ein Gleittuch eignet sich besonders dann, wenn Personen im Bett nur eingeschränkt beweglich sind und beim Umlagern Unterstützung benötigen. Typische Einsatzbereiche sind das Hochziehen im Bett, das seitliche Positionieren, das Drehen auf eine Seite oder die Vorbereitung auf den Transfer in den Rollstuhl oder auf einen Stuhl. Darüber hinaus erleichtert ein Gleittuch auch den Transfer auf einen Duschstuhl oder zur Toilette und ist somit vielseitig im Pflegealltag einsetzbar.

Gerade bei schmerzempfindlichen, immobilen oder geschwächten Patientinnen und Patienten kann ein Gleittuch den Transfer deutlich angenehmer machen. Gleichzeitig profitieren Pflegepersonen davon, weil Bewegungen ruhiger, gezielter und mit weniger körperlicher Belastung ausgeführt werden können.

Vorteile für Patienten und Pflegepersonen

Der größte Vorteil liegt in der Entlastung beim Bewegen. Weil das Material die Reibung reduziert, muss weniger Kraft eingesetzt werden, um einen Patienten im Bett neu zu positionieren oder an die Bettkante zu bewegen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das oft mehr Komfort, weil ruckartige Bewegungen und unangenehmes Ziehen an Haut oder Kleidung vermindert werden.

Zusätzlich kann die geringere Reibung helfen, die Haut zu schonen und Druckbelastungen beim Umlagern zu reduzieren. Pflegekräfte und pflegende Angehörige profitieren vor allem ergonomisch. Wer regelmäßig Transfers unterstützt, weiß, wie schnell Rücken, Schultern und Arme belastet werden. Ein Gleittuch kann hier helfen, Bewegungsabläufe sicherer und rückenschonender zu gestalten.

Gleittuch im Bett richtig anwenden

Vor der Anwendung sollte die Situation kurz vorbereitet werden.

Dazu gehören eine sichere Lagerung des Patienten, genügend Platz auf beiden Seiten des Bettes und eine ruhige Erklärung des nächsten Schrittes, damit die betroffene Person weiß, was gleich passiert.

Anschließend wird das Gleittuch passend untergelegt, sodass die gewünschte Bewegung unterstützt wird. Je nach Ziel kann der Patient dann seitlich bewegt, in Richtung Kopfende verschoben oder auf die Seite gedreht werden, ohne dass unnötig stark gezogen werden muss. Wichtig ist, jede Bewegung langsam und kontrolliert auszuführen. Nach dem Bewegen sollte das Gleittuch wieder aus dem Bett entfernt werden, da das Material meist nicht atmungsaktiv ist und deshalb nicht dauerhaft unter dem Körper liegen sollte.

Transfer vom Bett in den Rollstuhl vorbereiten

Gleittuch: Pflege kann profitieren, wenn sie Gleitmatten oder ein Gleittuch verwenden. Das Modell Blue Motion ist beliebt.

Ein Gleittuch kann auch den Transfer vom Bett in den Rollstuhl erleichtern, vor allem in der Vorbereitungsphase. Spezielle Gleittücher wurden für besonders patientenfreundliche Bewegungen und Transfers entwickelt und ermöglichen ein erleichtertes Umsetzen in Rollstuhl, Duschstuhl oder Toilette. Es hilft dabei, den Patienten näher an die Bettkante zu bewegen und eine stabile Ausgangsposition für das spätere Umsetzen zu schaffen. Für den eigentlichen Wechsel in den Rollstuhl reicht ein Gleittuch jedoch nicht immer aus.

Je nach Mobilität und Restkraft können weitere Transferhilfen sinnvoll sein, um den Wechsel sicherer zu gestalten. Auch der Rollstuhl selbst sollte vor dem Transfer richtig positioniert werden. Dazu gehören festgestellte Bremsen, weggeklappte oder entfernte Fußstützen und ein möglichst kurzer, sicherer Weg vom Bett zum Sitz.

Sicherheit bei der Anwendung

Sicherheit hat bei jeder Transferhilfe Vorrang. Ein Gleittuch darf nicht zum Heben verwendet werden, sondern ausschließlich zum schonenden Gleiten und Positionieren auf geeigneten Flächen. Vor jeder Anwendung sollte geprüft werden, ob das Material intakt ist. Risse, starke Abnutzung oder andere Beschädigungen können die Funktion beeinträchtigen und sollten ernst genommen werden, damit beim Transfer kein unnötiges Risiko entsteht. Ebenso wichtig ist die Kommunikation mit dem Patienten. Wer Bewegungen ankündigt und ruhig erklärt, schafft Vertrauen und erleichtert die aktive Mitarbeit, soweit diese möglich ist.

Rückenschmerzen und Verletzungen vermeiden

Viele Beschwerden im Pflegealltag entstehen nicht durch einzelne große Belastungen, sondern durch wiederholte ungünstige Bewegungsmuster. Deshalb sollte ein Transfer immer kurz geplant werden, bevor der Patient bewegt oder umgesetzt wird. Hilfreich ist es, nah am Körper zu arbeiten, ruckartige Zugbewegungen zu vermeiden und die eigene Haltung bewusst stabil zu halten. Wenn eine Situation unsicher wirkt oder die Person schwer zu bewegen ist, ist eine zweite Unterstützung oft die bessere und sicherere Lösung. Auch kleine Anpassungen machen einen Unterschied, etwa die richtige Arbeitshöhe am Bett oder eine freie Bewegungsfläche ohne Stolperfallen. So lassen sich Rücken und Gelenke langfristig deutlich besser entlasten.

Unterschiede bei Material und Ausführung

Gleittücher sind in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich. Je nach Modell gibt es einfache Varianten für das Umlagern im Bett, kleinere Formate für gezielte Bewegungen und Ausführungen mit Griffen, die bestimmte Transfersituationen unterstützen können. Beim Material spielen Gleitfähigkeit, Belastbarkeit und Pflegeeigenschaften eine wichtige Rolle. Häufig werden Polyamid oder ähnliche synthetische Fasern verwendet, weil sie strapazierfähig sind und gute Gleiteigenschaften mitbringen. Die Auswahl sollte sich immer am tatsächlichen Einsatz orientieren. Entscheidend ist nicht nur, welches Modell verfügbar ist, sondern vor allem, ob Größe, Form und Material zu den Bedürfnissen des Patienten und zum geplanten Transfer passen.

Gleittuch Pflege: Darauf sollten Sie achten

Die richtige Pflege ist wichtig, damit ein Gleittuch lange funktionstüchtig bleibt und seine Gleitfähigkeit behält. Viele Modelle sind bei 60 °C waschbar, manche sogar bei höheren Temperaturen, wobei sehr heißes Waschen die Beschichtung schneller beanspruchen kann. Auf Weichspüler sollten Sie verzichten, weil er die Gleitfähigkeit dauerhaft beeinträchtigen kann. Auch Bügeln ist nicht geeignet, da hohe Hitze das Material schädigen oder sogar zum Schmelzen bringen kann. Chlorhaltige Desinfektionsmittel sind ebenfalls problematisch, weil sie das Material porös machen können. Nach der Reinigung sollte das Gleittuch am besten an der Luft oder bei niedriger Temperatur getrocknet und anschließend sauber verstaut werden, zum Beispiel in einer geeigneten Tasche am Fußende des Bettes.

FAQ

Wie wendet man einen Patienten mithilfe eines Gleittuchs?

Ein Gleittuch wird so unter den Patienten gelegt, dass die gewünschte Bewegung im Bett mit möglichst wenig Reibung erfolgen kann.

Danach wird die Person langsam und kontrolliert verschoben oder gedreht, ohne sie anzuheben.

Kann ein Gleittuch für den Transfer in den Rollstuhl verwendet werden?

Ja, vor allem zur Vorbereitung des Transfers, etwa um den Patienten an die Bettkante zu bewegen oder günstig zu positionieren. Für das eigentliche Umsetzen in den Rollstuhl können je nach Situation zusätzliche Transferhilfen sinnvoll sein.

Wie pflege ich ein Gleittuch richtig?

In der Regel ist ein Gleittuch bei 60 °C waschbar; manche Modelle vertragen auch höhere Temperaturen. Verzichten Sie auf Weichspüler, chlorhaltige Mittel und Bügeln, damit Material und Gleitfähigkeit erhalten bleiben.

Welche Transferhilfen gibt es neben dem Gleittuch?

Neben dem Gleittuch gibt es unter anderem Rutschbretter, Drehscheiben, Aufstehhilfen und weitere Umsetzhilfen. Welche Lösung am besten passt, hängt von der Mobilität des Patienten und der konkreten Transfersituation ab.

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